Fleisch und "Tierwohl"

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DIE WAHRHEIT ÜBER DAS SCHNITZEL

2016 wurden in Deutschland etwa 730 Millionen Tiere getötet um sie in Form von Fleisch oder Wurstwaren zu essen. Zwei Drittel davon sind Schweinefleisch-Produkte. Schnitzel, Schweinehack, Bratwurst oder Kochschinken finden sich fast täglich auf unserem Speiseplan. Geflügel kommt auf knapp zwölf Kilogramm und etwa neun Kilogramm Rind- und Kalbfleisch werden im Durchschnitt jedes Jahr gegessen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als 300-600 Gramm Fleisch pro Woche. Das sind maximal 15-30 Kilogramm pro Jahr. 

Der Kampf um das billigste Stück Fleisch wird vom Lebensmitteleinzelhandel massiv angestachelt. Von ihm werden große Mengen preisgünstige konforme Ware nachgefragt. Wer als konventioneller Lieferant/Erzeuger nicht mitzieht, eine aufwendigere Tierhaltung hat oder nur kleine Bestände mästet, kann sich gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen. Das hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards. Um die Erzeugerkosten zu minimieren, wird z.B. das billigere gentechnisch veränderte Eiweißfutter aus Südamerika eingesetzt. Jeder Cent zählt! Selbst die niedrigen gesetzlichen Mindestanforderungen in der Tierhaltung werden durch umfangreiche Ausnahmegenehmigungen unterlaufen und machen es leicht an wichtigen Umwelt- und Tierschutzmaßnahmen zu sparen. Genfutter darf verfüttert werden ohne die Produkte zu kennzeichnen, Schwänze dürfen regelmäßig kupiert, Schnäbel gekürzt und Küken geschreddert werden.

Um öffentlichen Angriffen entgegenzuwirken finanziert der Einzelhandel inzwischen die Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ für einen Teil der Produktion mit höheren Tierhaltungsanforderungen. Doch das Geld, das er dafür bereit ist zu zahlen, reicht für nötige Veränderungen nicht aus. Ebenso wenig wie die Kriterien der Initiative. Zudem können die Verbraucher auch weiterhin nicht erkennen, aus welcher Tierhaltung die Produkte stammen. 

Discounter sind Hauptanbieter von Fleisch. Wir positionierten uns deshalb am Samstagvormittag vor der Lidl-Filiale in Sindelfingen im Rahmen einer bundesweiten Aktion um Kunden mit einem Infoflyer anzusprechen:

"Sie wollen wissen, wie die Schweine leben, deren Fleisch Lidl verkauft? Dann fragen Sie nach, aus welchen Ställen die Tiere kommen und wie sie dort gehalten werden!
Der Großteil des Schweinefleischs für Lidls Marke Landjunker stammt aus Massentierhaltung: Enge, Dunkelheit, Dreck und Langeweile machen Schweine krank. Antibiotikabehandlung und Gen-Pflanzen im Futter sind die Regel. Damit sich die Tiere nicht gegenseitig anknabbern, wird ihnen der Ringelschwanz abgeschnitten. Auch bei Schweinen aus Betrieben der „Initiative Tierwohl“, die Lidl massiv auf seinen Produkten bewirbt, ist von Tierwohl keine Spur. Das grenzt an Verbrauchertäuschung! Die Mehrheit der Deutschen möchte eine klare Haltungskennzeichnung für Fleisch. Doch Lidl ignoriert diesen Wunsch!
Das schmeckt Ihnen nicht? Dann fordern Sie Lidl heraus und fragen Sie nach, was hinter Ihrem Schweinefleisch steckt."

Erstaunlich viele Postkarten mit Fragen zur Tierhaltung wurden von Passanten unterschrieben, die wir anschließend der Geschäftsleitung übergaben.

Greenpeace fordert:

  •  Mehr Transparenz: Klare Kennzeichnung zur Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten

  •  Aktionsplan für eine bessere Produktion für das gesamte eigene Sortiment an Frischfleisch (inkl. Zeitangaben) - angefangen bei Schweinefleisch

  •  Förderung fleischloser Alternativen und Verzicht auf Billigfleisch-Angebote

 

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