Plastik

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Thema Plastik:


Weltweit werden pro Jahr mindestens 280 Millionen Tonnen Kunststoffe erzeugt, davon werden lediglich 3% recycelt, der Rest landet auf ins Unermessliche wachsenden Mülldeponien, in der Umwelt und vor allem auch in den Meeren. So gelangen jährlich bis zu 25 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Da Plastik viele Jahrhunderte braucht, um zersetzt zu werden, vergrößern sich die Müllstrudel in den Meeren täglich. In diesen Strudeln beträgt das Verhältnis Plankton zu Plastik bereits 6:1. Über 80% der Meeresoberflächen sind mit Mikroplastik verschmutzt. 70% des Mülls gelangen auf den Meeresgrund. So liegen auf dem Grund der Nordsee schätzungsweise 600 000 Kubikmeter Plastikmüll.
Hunderttausende von Meeressäugern und Millionen von Meeresvögeln sterben jährlich qualvoll durch den Plastikmüll weil sie sich darin verheddern, strangulieren oder den Müll für Nahrung halten und sich und ihre Jungen damit ernähren, was zu Verhungern bei vollem Magen führt.

Auch der Zersetzungsprozess des Plastiks beinhaltet Gefahren. So werden bei der Zersetzung der Kunststoffe zum Teil gesundheitsschädliche und giftige Stoffe freigesetzt, die als Flammschutzmittel, Farben oder Weichmacher dem Plastik zugesetzt wurden und nun in die Umwelt gelangen.
Mikroplastikteile werden von Meerestieren aufgenommen und gelangen somit auch in die Nahrungskette des Menschen, in dessen Blut man bereits Mikroplastik nachweisen kann. Ebenso sind aus Plastik gelöste Stoffe bereits in jedem Menschen nachweisbar wie z.B. das hormonwirksame Bisphenol A, das z.B. zu einer Einschränkung der Fertilität führen kann.
Nicht nur die Meere sind mit Plastik verschmutzt, auch in Gewässern wie der Donau, dem Bodensee und dem Gardasee konnte man Mikroplastik in großen Mengen finden, welches
wieder über Trinkwasser und Nahrung zum Menschen gelangt.
In Deutschland werden pro Jahr 500 Tonnen Mikroplastik Kosmetika wie Zahncreme oder Körperpeelings zugesetzt, welches in den Kläranlagen nicht aus dem Wasser entfernt werden kann.
Gesundheitsgefährdende Stoffe können auch aus Plastikflaschen, Folien etc. freigesetzt werden. So konnte eine Untersuchung der Universität Frankfurt nachweisen, dass von 20 Mineralwassern in Plastikflaschen 12 hormonwirksame Substanzen enthielten. Bei Mineralwasser aus Glasflaschen war dies nur bei der Hälfte der Fall.
Jedes Jahr werden weltweit über 1 Billion Plastiktüten produziert, jede von ihnen wird durchschnittlich gerade mal 25 Minuten benutzt. Allein zur Herstellung dieser Tüten werden 160 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, was wiederum zur Anheizung des Klimawandels beiträgt.
Viele Länder sind dabei, etwas gegen die Flut der Plastiktüten zu unternehmen. Eine Abgabe von wenigen Cent auf eine Plastiktüte führte in Irland zu einem Rückgang der verwendeten Plastiktüten von 328 auf 16 pro Kopf und Jahr.

Wir wollen weiter mit Info-Ständen, Filmabend und Infomaterial auf dieses Thema hinweisen, informieren und Tipps zum Vermeiden von Plastik geben.

© U.Teufel, C.Weber