Billigfleisch

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Billigfleisch bedeutet Tierqual in der Haltung und Tierqual bei der Schlachtung. Die jüngsten Reportagen über den Schlachthof in Gärtringen und den Schweinemastbetrieb bei Rottweil belegen dies in erschreckender Form. Beide Betriebe wurden geschlossen - aber erst, nachdem die Tierschutzorganisation "Soko Tierschutz" Videoaufnahmen öffentlich gemacht hat!

Billigfleisch ist ein krankes System!

Unter diesem Motto protestierten heute Greenpeace Aktive in über 50 Städten Deutschlands, auch wir beteiligten uns in Böblingen vor dem REWE-Markt am Da Vinci-Platz auf dem Flugfeld und vor dem Mercaden mit EDEKA-Markt. Einheitlich gekleidet und mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clip am Ohr sowie einem Banner mit der Aufschrift „Billigfleisch ist ein krankes System“ machten wir auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fatale Billigfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam. Anlass ist auch eine gestern veröffentlichte Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe.Das Ergebnis: Rund 90 Prozent stammt von Schweinen, Rindern oder Hühnern, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Kaum eine Filiale bietet Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produkten aus der Haltungsform 4 (u.a. Bio-Produktion) verharren 2020 auf sehr niedrigem Niveau. Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden. Greenpeace fordert die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen, denn auch die Landwirte sind Opfer eines gnadenlosen Wettbewerbs und den Preisvorgaben der großen Einzelhandelsketten.

Aber auch wir Verbraucher sind Teil des Problems - und Teil der Lösung. Wer immer nur das Billigste kaufen will, zementiert Tierleid. Zwar schafft die Kennzeichnung der Haltungsform, die auf freiwilliger Basis eingeführt wurde, grundsätzlich Transparenz, verantwortungsbewusste Kundinnen und Kunden müssen dann aber auch zu den besseren Haltungsstufen 3 + 4 oder zu Fleisch mit Öko-/Biosiegeln greifen. Informationen zur Haltungskennzeichnung sind in einem kleinen Ratgeber zusammengefasst, den wir an Passanten verteilten (auch im Anhang zu finden)

Zusätzliche Greenpeace-Recherchen in Filialen

Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 297 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gibt es an den Bedientheken von Edeka, Kaufland und Rewe: Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet. Während Kaufland gegenüber Greenpeace angab, an allen Theken zu kennzeichnen, zeigt sich vor Ort ein anderes Bild: In 14 von 16 besuchten Kaufland-Filialen war das Frischfleisch-Angebot bei Schwein an der Theke gar nicht markiert.

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