Buchenwald Stand

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Artenreichtum erhalten und Klimaschutz fördern

Wie in weiteren 39 Städten und Gemeinden Deutschlands richtete auch die
Greenpeace-Gruppe Böblingen-Sindelfingen bei kaltem Wetter einen Infostand
zur Übernahme einer Baumpatenschaft ein. „Mit den Baumpatenschaften kann
sich jeder für den Schutz der Urwälder von morgen engagieren“ sagt Jens
Sundermann, Sprecher von Greenpeace Böblingen-Sindelfingen. „Unsere Aktion
soll ein Signal an die bayerische Landesregierung senden und ihr zeigen,
dass der Schutz der Wälder den Menschen in Deutschland am Herzen liegt.“
2007 hatte die Bundesregierung beschlossen, zehn Prozent der öffentlichen
Wälder zu schützen. Derzeitiger Stand ist, dass nur etwa ein Prozent der
deutschen Wälder unter verbindlichem Schutz vor der Säge steht.
Wenige Menschen drängten sich infolge des plötzlichen Wintereinbruchs im Herbst<
auf dem schönen Marktplatz von Weil im Schönbuch. Daher freuten wir uns das doch
eine ordentliche Anzahl an Interessenten sich dem Thema
"Schutz der Buchenwälder - Übernahme einer Baumpatenschaft"
annahmen. Geduldig frierend liessen sich die Besucher über die Forderungen
informieren, nämlich dass:

  • 10 Prozent der öffentlichen Waldfläche dauerhaft aus der forstlichen
    Nutzung genommen werden sollen,
  • die Ökologische Waldnutzung für 90 Prozent der öffentlichen Waldfläche
    verbindlich, gemäß "FSC- oder Naturland-Zertifizierung" festgeschrieben
    werden sollen,
  • die Bürger über Einzelbestandsdaten der alten Buchen- und Laubwälder
    informiert werden und an der Detailplanung beteiligt werden sollen.


Im Anschluss an das informelle Gespräch oder die Übernahme der Baumpatenschaft
einer Buche im Spessart, wurde von vielen Besuchern noch etwas Informations-
material mit nach Hause genommen, um sich dieses nochmals bei einer warmen Tasse
Tee oder Kaffee anzusehen oder es an Bekannte weiter zu geben.

Schon im Februar des Jahres hatte die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace
ein Waldcamp im bayerischen Spessart durchgeführt. Dabei vermassen und dokumentierten
die Aktivisten alte Buchen, um Karten der besonders wertvollen Bestände zu erstellen.
Dabei haben sie Einschläge im öffentlichen Wald aufgedeckt, die eindeutig gegen das
nationale und europäische Naturschutzrecht verstoßen. Als einziges Bundesland gibt
Bayern auf Geheiß von Ministerpräsident Seehofer dem Bund keine Auskunft über seine
öffentlichen Wälder.
Vergangene Woche haben Greenpeace-Aktivisten erneut ein Camp zur Dokumentation des
Waldes im bayerischen Spessart errichtet. Mit Maßbändern und GPS-Geräten führen sie
die exakte Kartierung der Buchenwälder weiter. Dieses ist notwendig, da die Bayerischen
Staatsforsten (BaySF) die entsprechenden Daten zurückhalten. Mit der Dokumentation
wollen die Umweltschützer auch die zunehmende Industrialisierung der öffentlichen
Wälder zeigen.

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