Das Ding am Deich

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Anfang der 1970er Jahre versetzten die Pläne zum Bau eines Atomkraftwerks die Bewohner der kleinen Elbgemeinde Brokdorf in Aufruhr. Es folgten große Proteste, die den Ort spalteten und die Republik 13 Jahre lang in Atem hielten. 1986, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, ging das AKW ans Netz. Es wurde ruhig in der Marsch, und nur noch wenige Dorfbewohner hielten an ihrem Widerspruch fest.
Mit Neugier auf diese Menschen und ihren Alltag mit einem AKW vor der Haustür macht sich der Film auf in den abgelegenen Landstrich. Ein Jahr lang umkreist er das „Ding“ und taucht mit den Erinnerungen der widerständigen Anwohner und altem Filmmaterial ein in eine bewegende Vergangenheit. Doch dann wird die Geschichte von der Gegenwart auf eine Weise eingeholt, die niemand erwartet hätte: Zuerst beschließt die Bundesregierung längere Laufzeiten für alle AKW, und nur wenig später bebt in Japan die Erde …
„Die Regisseurin begleitet die engagierten, liebenswerten Protagonisten in ihren Erinnerungen und aktuellen Protestaktionen. Damit zeichnet sie sensibel und hoch emotional ein Stück Lebensweg, der durch den beharrlichen Kampf um Demokratie und Mitbestimmung geprägt ist. Die kontinuierliche Dokumentation über diesen langen Zeitraum sowie die Fülle an Archivmaterial und Zeitzeugengesprächen machen den Film zu einem in dieser Art einmaligen Zeitzeugendokument der jüngeren deutschen Geschichte" (Jury DEFA-Stiftung).

 

Preis der deutschen Filmkritik, Bester Dokumentarfilm 2012

 

Wir zeigten diesen Film am 29. April im Umweltzentrum in Sindelfingen, hatten dabei aber große Konkurrenz durch das warme sonnige Wetter, das uns den ersten schönen Frühlingsabend seit langem bescherte. Die Zahl der Interessenten war deshalb geringer als erhofft, dennoch unterhielten wir uns auch nach dem Film in gemütlicher Runde über die eigenen Erinnerungen an Brokdorf, Tschernobyl und über die aktuelle Kernkraftproblematik.

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