Der Kohlebergbau und das Gift

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Kohleabbau zerstört nicht nur Heimat und trägt zum Klimawandel bei: Es führt auch zu einer Freisetzung des hoch giftigen Quecksilber. Darauf verwiesen wir am Aktionstag Kohlebergbau und Quecksilber auf dem Sindelfinger Markt.

Sindelfingen, den 30.05.2015, seit Jahren sind die Auswirkungen des Kohleabbaus bekannt, sollten wir glauben, aber dennoch geht der Bergbau nicht nur weiter, er wird in Deutschland sogar ausgebaut! Dies nahm Greenpeace zum Anlass umfassend über das Thema Steinkohlebergbau und Braunkohletagebau zu informieren, der dreckigsten Form der Energieerzeugung überhaupt. Darüber hinaus forderten Sie dazu auf selbst aktiv zu werden, dies können Sie auch, siehe unten. Die Gruppe Böblingen - Sindelfingen hatte hierzu eine Veranstaltung auf dem Sindelfinger Markt aufgebaut trotz widriger Wetterbedingungen.

Was macht den Kohlebergbau so problematisch? Hier eine Kurzfassung:

  1. Die Kohleverstromung ist verantwortlich für den größten Teil der CO2 Emissionen und dadurch auch für den Klimawandel, der seinerseits eine Vielzahl von Konsequenzen auf Umwelt und auch auf uns Menschen hat.
  2. Bei der Verbrennung der Kohle zur Energieerzeugung werden große Menge des hochgiftigen Metalls Quecksilber (kurz: Hg) freigesetzt,das drittstärkste Gift, welches zu schwerwiegenden Nervenschäden führt. Vor allem Kinder sind betroffen. In Deutschland sprechen wir von 5000 Kilogramm Quecksilberverbindungen pro Jahr, dies sind zwei Drittel aller Emissionen. Quecksilber ist bekannt aus Energiesparlampen und Thermometer, diese wurden aber verboten. Mehr dazu hier.
  3. Bei der Kohleverstromung wird zudem Feinstaub mit Schwefelverbindungen freigesetzt, die nur teilweise aufwendig und teuer herausgefiltert werden. Die Filtrate werden unter anderem bei der Herstellung von Gips (z.B. "Gipskartonplatten") entsorgt.
  4. Der Braunkohletagebau verwandelt zunächst die Heimat von Menschen in eine Mondlandschaft, erst nach Jahren wird "renaturiert". Entwurzelt bleiben die ehemaligen Einwohner aber dennoch.
  5. Der Abbau von Kohle blockiert eine langfristige, nachhaltige Energiewirtschaft,welche die Energieversorgung und die Volkswirtschaft auf die breiten Schultern aus einem intelligenten Mix verschiedener miteinander vernetzter Energieträger verteilt und auch langfristig Arbeitsplätze schafft. Der Kohleabbau endet als endliche Ressource ohnehin, also weshalb nicht heute  schon richtig handeln?

Warum wird dann nach wie vor unvernünftigerweise Kohle gefördert und verstromt?

Unsere heutige Wirtschaft kennt nur ein Maß: Gewinn aus Umsatz abzüglich Kosten in Dollar, Euro und Cent. Naheliegender Weise wurde der Handel mit CO2 Zertifikaten eingeführt, damit CO2 einen "Wert" oder  besser "Preis" bekommt und somit in den Büchern der Energieversorger als Kostenfaktor erscheint. Aktuell ist CO2 aber durch mangelhafte EU-Vorgaben so "preisgünstig", dass sich die Kohlerverstromung finanziell wieder "lohnt". Daher forcieren die finanziell "angeschlagenen" Großkonzerne den Kohlebergbau und damit den Klimawandel und die Verbreitung von Feinstaub und giftigem Quecksilber.

Angesichts all dieser Fakten informierte wir nicht nur die Passanten auf dem Markt, sondern verwiesen auch darauf was wir alle selbst dagegen unternehmen können.

Und dies können Sie selbst gegen den Braunkohlebergbau unternehmen:

Fordern Sie den zuständigen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf, den Kohletagebau zu beenden.

Sie können dies hier online tun. http://www.greenpeace.de/Energiewende%20vorantreiben#machmit

Zitat:

Fordern Sie den Minister auf, jetzt Klarheit zu schaffen und den Kohleausstieg in die Wege zu leiten! (Eine gemeinsame Petition von BUND, Campact, Nabu und Greenpeace)

Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Gabriel,

Kohle-Tagebaue berauben Menschen ihrer Heimat und zerstören die Natur. Kohlekraftwerke heizen den Klimawandel an und gefährden unsere Gesundheit mit Feinstaub und Quecksilber. Trotzdem verfeuert Deutschland immer mehr Kohle und exportiert Kohlestrom ins Ausland. Damit muss endlich Schluss sein!

Nutzen Sie die anstehenden Entscheidungen zum Klimaschutz: Schalten Sie die dreckigsten und ineffizientesten Kohlemeiler ab! Nur so kann Deutschland sein Klimaschutzziel 2020 noch erreichen. Gewähren Sie keine neuen Subventionen für Kohlekraftwerke. Und beschließen Sie einen verbindlichen Kohleausstieg – damit spätestens 2030 mit der dreckigen Braunkohle Schluss ist und der letzte Steinkohlemeiler nicht länger als bis 2040 läuft.

Den Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft!

 

© C.Weber, Greenpeace Böblingen - Sindelfingen

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Unsere Online Petition auf Greenpeace.de

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