Die Nordsee ist keine Müllkippe

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Erinnern Sie sich? Vor 25 Jahren protestierte Greenpeace energisch gegen die Versenkung der Brent Spar, einer Ölbohrplattform von Shell , in der Nordsee - erfolgreich! Denn daraufhin wurde die Entsorgung der Plattformen in der EU juristisch geregelt und eine solche auf Land zwingend vorgeschrieben (OSPAR-Kommissionsbeschluss).

Shell versucht jetzt ein zweites Mal mittels einer Ausnahmegenehmigung die Nordsee als Müllkippe zu mißbrauchen: 3 ausrangierte Plattformen sollen zwar an Land entsorgt werden, die Betonsockel aber sollen am Grund des Meeres bleiben. Das Problem dabei: die bis zu 60m hohen Hohlkörper sind gefüllt mit Wasser, Sedimenten und -neben Schwermetallen- mindestens 11 000 Tonnen Öl (so die Angaben von Shell selbst). Shell gibt im eigenen Bericht zu Umweltfolgen an, dass davon auszugehen sei, dass spätestens in 500 Jahren der gesamte Inhalt freigesetzt ist, mit entsprechenden Folgen für Meeresflora und -fauna. Die aufgestellten Entsorgungsszenarien wie z.B. Abpumpen des Inhalts in Tanker verwirft der Konzern mit der schon bemerkenswerten Argumentation, dass der Energieaufwand sehr hoch und aus Klimaschutzgründen abzulehnen wäre. Natürlich ist es für den Ölkonzern, der Jahrzehnte damit gute Geschäfte gemacht hat, die einfachste (und billigste) Lösung den Müll im Meer zu lassen. Die Verschmutzung trifft ja andere und erst später - eine Vorgehensweise, die ja recht typisch für unser Wirtschaftssystem ist! 

Diesmal haben auch EU-Staaten, darunter auch Deutschland, Einspruch eingelegt und wir von Greenpeace sowieso. Am heutigen Tage protestierten wir in vielen deutschen Städten vor Shelltankstellen gegen dieses Vorhaben, teilten Flyer aus und sammelten Unterschriften von Passanten auf Postkarten (s. Anhang). Wenn Shell damit durchkommen würde, wäre ein Präzedenzfall für weitere derartige Regelverletzungen geschaffen.

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