Earth Overshoot Day

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Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Vermögen zur Verfügung, das Sie Ihren Kindern und Ihren Enkeln weitergeben wollen - kein Problem, denn es ist groß genug, dass Sie von den Zinsen leben können. Dann bleibt das Kapital erhalten. Nun möchten Sie sich aber viele teure Wünsche erfüllen, Sie entnehmen immer mehr Geld, mehr als es Zinsen gibt und reduzieren damit immer weiter das eigentliche Vermögen - war wohl nichts für Kinder und Enkel. Das Gleiche passiert GENAU JETZT, nur sind die Konsequenzen gravierender.

Heute überschreiten wir eine Grenze, denn heute, am 29. Juli, haben wir Menschen all das verbraucht, was sich in diesem Jahr auf unserer Erde regenerieren, nachwachsen oder absorbieren kann: wir haben jetzt alle Bäume gefällt, die 2019 nachwachsen, alle Fische gefangen, die 2019 sich  erneuern und all das CO2 ausgestoßen, das 2019 von der Natur wieder aufgenommen werden kann, also den "Zinsertrag" verbraucht! Ab jetzt vermindern wir den Bestand: wir fällen weiter Bäume, reduzieren aber den Wald; wir fangen weiter Fische, dezimieren aber die Fischbestände, wir pusten weiter CO2 aus, das dann in Atmosphäre und Meere gelangt; ab heute reicht die Biokapazität der Erde für dieses Jahr nicht mehr aus, sie wird überschritten. All das "Kapital", das eigentlich unseren Kindern und Enkeln reichen sollte, verbrauchen wir. Das ist der Earth Overshoot Day, der Weltüberlastungstag, den die Organisation "Global Footprint Network" jedes Jahr bestimmt. Seit 1970 reicht die natürliche Produktivität der Erde nicht mehr aus und wir verbrauchen alles schneller als es sich regenerieren kann!

Die Welt braucht momentan 1,7 Erden, so viel konsumieren wir! Wenn alle Menschen sich wie wir in Deutschland verhalten würden, bräuchten wir über 3 !

Wann ist das Kapital definitiv zu Ende, die Bestände aufgebraucht? Darüber kann man streiten, über eines aber nicht: es geht in jedem Fall zur Neige! 

Wir haben deshalb an diesem Tag auf dem Marktplatz in Sindelfingen mit Infoplakaten und -flyern Passanten angesprochen und das Thema präsent gemacht. 

Anbei Graphiken zum Konsum der Welt und Deutschlands (alles, was über der grünen Linie liegt, ist mehr als die Natur nachhaltig zur Verfügung stellt und rot angezeigt) und ein Vergleich des "Erdenbedarfs" als Poster. Wenn Sie Ihren eigenen Fußabdruck messen wollen, finden Sie einen Link zum entsprechenden Kalkulator des Global Footprint Network. Einfache Tipps zur Reduktion desselben gibt es im Faltblatt im Anhang.

 

Publikationen

Weiterführende Links

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