Fukushima - keine Entwarnung

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Anlässlich des vierten Jahrestages der Havarie der Kernreaktoren in Fukushima zeigten die Teilnehmer eines Demonstrationszuges zum Kernkraftwerk Neckarwestheim am 08.03.2015, daß diese Katastrophe  nicht vergessen werden darf. Das Verhalten einer Reihe von Entscheidungsträgern zeigt aber vielmehr, dass sie dies nur zu gerne in Vergessenheit geraten lassen wollen.

Zur Sprache kam die aktuelle Situation in Neckarwestheim, insbesondere Details der Planung für den Rückbau des abgeschalteten Blocks , der Lagerung und des Abtransport der teilweise radioaktiven Bauteile. Kai Baudis, Stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Baden-Württemberg berichtete von Bauarbeiten an einem Zwischenlager vor Ort ohne Genehmigung.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Situation in und um die havarierten Reaktorblöcke in Fukushima. Schockierende medizinische Fakten nannte Dr. Angelika Claußen, Mitglied der Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), unter anderem eine stark erhöhte Rate an Schilddrüsenerkrankungen und stark dezimierte Anzahl an weissen Blutkörpern bei vielen Betroffenen, mit der Folge einer angeschlagenen Immunabwehr und damit einer  höheren Anfälligkeit für Erkrankungen. Sie schilderte auch die verzweifelten Versuche der Tepco Mitarbeiter mit dem strahlendem Müll von den havarierten Reaktormeilen umzugehen. So ist aktuell vorgesehen, die mit radioaktiven Partikeln kontaminierten Flüssigkeiten durch Filteranlagen zu pressen. Dabei wird das radiaktive Tritium (Superschweres Wasser) von der japanischen Regierung kurzerhand für ungefährlich erklärt. Es lagert sich bei einer Besetzung auch in Meeresbewohnern, wie zum Beispiel in den Fischen. Damit wird auch wichtiges Lebensmittel und die Lebensgrundlage der Fischer bedroht.

Die Japanerin Masami Kato, die bei den Tokyo Young Women's Christian Association (YWCA) aktiv ist, kann diese Verharmlosng durch die Behörden nur bestätigen.  „Viele der Menschen können die kontaminierten Gebiete aus unterschiedlichen Gründen nicht verlassen. Insbesondere betroffene Frauen haben oft aufgegeben, über ihre Sorgen und Belange zu sprechen, denn die Mehrheit der Japaner vertraut der die Strahlung bagatellisierenden Kampagne in den Medien. Wem können diese Frauen noch glauben ?", Diese Frage stellt sich nicht nur die Japanerin angesichts der Not und der Bedürfnisse der Betroffenen in den verstrahlten Gebieten um Fukushima.

© C.Weber, Greenpeace Gruppe Böblingen - Sindelfingen

 

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DIe Themenseite Atomkraft auf Greenpeace.de
Artikel 2011 Vier deutsche AKW gefährlicher als Fukushima
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Die Welt lernt aus Fukushima
Sicherheitsdefizit bei Castor-Zwischenlagerung
Tausende weitere Risse in belgischen Atomkraftwerken

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