Klimakrise - wo stehen wir?

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Luca, ein 17-jähriger Schüler, hat uns einen von ihm verfassten „Aufruf zur Stärkung des ökologischen Bewusstseins“ geschickt mit der Bitte diesen zu verbreiten. Wir möchten das gerne tun, denn zum einen fasst Luca die Entstehung und die Folgen der Klimakrise sowie mögliche Gegenmaßnahmen und die Unfähigkeit der Bundesregierung, diese einzuleiten, korrekt und sehr gut verständlich unter Angabe der von ihm verwendeten Quellen zusammen. Zum anderen zeigt das Schreiben, dass sich endlich auch die Generation, die vom Klimawandel hauptsächlich betroffen sein wird, zu Wort meldet und zurecht radikale Maßnahmen von Politik und jedem Einzelnen einfordert, die den Klimawandel, von welchem der Mensch wie noch nie zuvor in seiner Existenz bedroht wird, noch stoppen können.

Zeitgleich findet Luca (und auch wir) hochkarätige wissenschaftliche Unterstützung durch die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften in Deutschland. Vor wenigen Tagen hat sie eine Stellungnahme zur deutschen Klimapolitik veröffentlicht, die all das bestätigt, was Luca, die „FridaysForFuture"-Bewegung und auch Umweltorganisationen wie Greenpeace fordern.

Die Leopoldina spricht davon, dass

„unser Verhalten heute in einem besorgniserregenden Maße die Zukunft aller Menschen beeinträchtigt und die Vielfalt von Natur und Arten bedroht. […] Schäden durch Abschmelzen von Schnee und Eis, Anstieg des Meeresspiegels, Ausweitung von Trockenzonen, Extremwetter und steigender Verlust von Artenvielfalt und Lebensräumen an Land und im Meer können nur noch durch erhebliche und bereits in den kommenden zehn Jahren wirksame Anstrengungen begrenzt werden. Ansonsten werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein, selbst wenn sich einzelne Regionen als „Klimagewinner“ verstehen. Bei uns und weltweit wächst zudem der Generationenkonflikt darüber, dass wir heute die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Kindeskinder aufbrauchen. Nicht zuletzt werden die Kosten des Klimawandels weiter dramatisch ansteigen. Nur mit einer entschlossenen und zügig umgesetzten Klimapolitik – national, mit den zentralen europäischen Partnern und durch weltweite Kooperation kann es gelingen, die sich bereits abzeichnenden katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern."

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert deshalb nachdrücklich

einen unmittelbaren Transformationsschub […] um gemeinsam den sich abzeichnenden ökologischen und zivilisatorischen Systemkollaps zu verhindern. […] Wir erleben dabei eine „Tragödie der Langzeitziele“. Täglich wächst die Kluft zwischen der sich abzeichnenden existentiellen Bedrohung durch den Klimawandel und immer wieder aufgeschobenem politischen Handeln."

 

Die Einschätzung könnte klarer nicht sein und es bleibt zu wünschen, dass sich die Politik jetzt endlich daranmacht, Zukunft ökologisch verträglich zu gestalten (und nicht nur Machtstrukturen zu erhalten) und sich mehr junge Menschen wie Luca zu Wort melden und das Recht auf ihre Zukunft einfordern.

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