Klimawandel + Biodiversität

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Die Lage spitzt sich zu!

Letzte Woche traf der Zyklon Fani auf Indien, der stärkste seit 20 Jahren; 1,2 Mio. Menschen waren evakuiert worden. Teile des südöstlichen Afrikas, speziell Mosambik, wurden fast gleichzeitig und zum zweiten Mal innerhalb von 4 Wochen von verheerenden tropischen Wirbelstürmen verwüstet.  Im letzten Herbst hatte der Weltklimarat IPCC eine dringliche Warnung veröffentlicht, dass ohne dramatische Reduktion von CO2-Emissionen katastrophale globale Entwicklungen sehr wahrscheinlich seien. Die Aufgabe stelle eine "Herkulesarbeit dar, die schnelle, dramatische Veränderungen erfordere in der Art und Weise wie Regierungen, Industrien und Gesellschaften handeln" . Teile unserer Erde könnten durch Hitze und Dürre unbewohnbar werden.

Dann: der Weltbiodiversitätsrat IPBES veröffentlicht die bisher umfassendste Zustandsbeschreibung der Situation der Tier- und Pflanzenwelt auf diesem Planeten (s. Anlage). Das Fazit: bis zu einer Million Arten (von geschätzt 8 Millionen) sind vom Aussterben bedroht; das Artensterben beschleunigt sich und hat ein Ausmaß erreicht, dass man heute von der 6. Auslöschung spricht (die 5. waren die Dinosaurier). Und schuld ist eindeutig der Mensch: wir zerstören durch übermäßige Nutzung der Ressourcen "die eigentliche Basis unserer Volkswirtschaften, Nahrungsmittelsicherheit und Lebensqualität". Der "Artenverlust ist das direkte Ergebnis menschlicher Aktivität und er stellt eine direkte Bedrohung für das Wohlergehen des Menschen ...dar". Grund seien Landwirtschaft, Abholzung, Überfischung, Klimawandel und Umweltverschmutzung. In den nächsten Jahrzehnten werde der Klimawandel die erste Stelle der Gefährdung der Biodiversität einnehmen - niemand könne jetzt noch sagen "wir haben es nicht gewußt".

Die Reaktion in Deutschland: ein halbherziger Kohleausstieg bis 2038 wird in der Kohlekomission beschlossen, das eigentliche Ausstiegsgesetz lässt aber auf sich warten, obwohl die ersten Kohlemeiler in Kürze abgeschaltet werden sollen. Verkehrsminister Scheuer lehnt praktisch alles ab, was die Umsätze der Automobilindustrie schmälern könnte; die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer spricht sich gegen eine CO2-Steuer aus, die CSU sowieso. Alle sind sich einig, dass "der Markt" die Probleme regeln soll, allerdings ist es gerade das marktwirtschaftliche Denken, was unsere Welt in diese Situation gebracht hat  (wie erziele ich jetzt möglichst viel Gewinn, indem ich Kosten und Lasten anderen zuschiebe oder in die Zukunft verlagere). Natürlich sind alle für den Klimaschutz, na klar! Nur umsonst soll er sein, keinesfalls die Industrie belasten und niemand soll sich einschränken müssen - wie diese Quadratur des Kreises konkret aussehen soll ... Schweigen. Ausgeblendet wird komplett, was passieren wird, wenn wir weitermachen wie bisher.

Dennoch gibt es auch Positives zu berichten, z.B. das Erwachen der jungen Generation mit den Fridays for Future Protesten. Und auch im Kleinen und Lokalen tut sich immer wieder etwas; so hat die Stadt Sindelfingen mit N.E.S Naturerlebnis Sindelfingen eine Ausstellung und Vortragsreihe zum Thema Klimawandel auf die Beine gestellt (Flyer im Anhang), am 5. Mai mit einem Klimaaktionssonntag, an dem auch wir teilnahmen. Neben vielen Informationen, wie man selbst seinen Fußabdruck auf der Welt verkleinern kann, gab es zahlreiche Angebote zum Selbstherstellen von Haushaltsmitteln, Kosmetika und anderem - ohne Verpackungsplastik etc. Den Abschluss bildeten wir mit einer Vorführung des Films "Before The Flood" von und mit Leonardo DiCaprio. Der Schauspieler und UN-Friedensbotschafter zeigt auf sehr eindringliche Weise , wie sich die Welt verändert und welche Schritte nötig sind. Die Lösungsschritte kennen wir - jetzt sollten wir endlich anfangen sie auch umzusetzen!

Unter dem Reiter "Video" findet ihr/Sie einen sehr informativen und spannenden Kurzfilm des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung zur Geschichte der CO2-Emissionen!

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