Klimawandel und Klimagipfel

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Die Klimakonferenz in Paris ist im Dezember mit weitreichenden Beschlüssen zu Ende gegangen -

was für Konsequenzen hat das für uns alle?

Das war das Thema einer Podiumsveranstaltung im Rahmen der "Brot und Rosen" - Veranstaltungsreihe des Frauennetzwerks in Herrenberg. Kompetente Referenten stellten die Situation auf internationaler, nationaler, kommunaler und lokaler Ebene vor und beantworteten Fragen des interessierten Publikums. Wir waren gemeinsam mit dem BUND mit einem Infostand zum Thema Klimawandel vor Ort.

Beim Pariser Klimagipfel wurden Entscheidungen getroffen, die für uns noch kaum in ihrer Tragweite absehbar sind. Erstmals haben sich 195 Staaten darauf festgelegt, dass  

- der Klimawandel menschengemacht ist und eine dramatische Bedrohung der Zukunft der Menschheit und unseres Planeten darstellt (eine Tatsache, die mittlerweile nur noch von den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten und einer aufstrebenden deutschen Partei in Frage gestellt wird),

- dass deshalb die globale Erwärmung auf 2°, besser 1,5° Celsius begrenzt werden muss,

- dass darum die CO2-Emissionen in der 2. Hälfte des Jahrhunderts netto auf Null sinken müssen (was eine Decarbonisierung, also Abkehr einer auf Kohle, Öl und Gas basierten Industrie und Gesellschaft bis etwa 2050 bedeutet), 

- dass die Industrieländer als Hauptverursacher des Klimawandels den größten Teil der finanziellen Kosten des notwendigen strukturellen Umbaus übernehmen müssen; von 2020 bis 2025 jährlich 100 Mrd. Dollar! Das ist viel Geld, aber verglichen mit der Summe von 1500 Mrd. Dollar, die für den jährlichen Kauf von Waffen und Rüstung aufgewendet werden, durchaus zumutbar, zumal die Kosten des Klimawandels erheblich höher sein werden.

Warum warten wir nicht ab, ob es wirklich so schlimm wird wie befürchtet?

Die Antwort gibt Foto 7 (s.o.): aufgrund der langen Halbwertszeit von CO2 von 120 Jahren in der Atmosphäre und der Rückdiffusion aus den Ozeanen, die bisher den größten Anteil gespeichert haben (und deshalb zunehmend übersäuert sind) wird sich auch bei raschem Stopp der CO2-Emissionen die Konzentration in der Atmosphäre erst nach vielen Jahrzehnten langsam verringern, die Temperatur weiter ansteigen, der Meeresspiegel weiter steigen und die Gletscher weiter abschmelzen - erst nach mehr als tausend Jahren wird sich ein neues Gleichgewicht eingestellt haben! Wir können also die Welt, wie wir sie kennen, nicht erhalten, aber dafür sorgen, dass die Welt von morgen noch bewohnbar sein wird!

Was tun?

Es sind gewaltige Aufgaben, die auf unszukommen: Ersatz von Kohle, Öl und Gas als Energielieferanten und Substitution durch regenerative Energien; völlige Veränderung der Mobilität: Elektro- und Brennstoffzellenantrieb für Autos, aber wie fliegt ein Flugzeug ohne Kerosin? Erhalt von Regenwäldern als wichtige CO2-Speicher und vieles andere mehr.

 

Das Thema "Klimawandel" wird uns sicherlich noch länger begleiten; schon am 3. April wiesen wir auf diese Problematik auf der FairHandeln Messe in Stuttgart hin.

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