Kohleausstieg

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Der Sommer 2018 hat uns einen Hauch Klimawandel verspüren lassen; Hitze und Dürre, Ernteausfälle, Niedrigwasser, aufgeweichte Landebahnen auf Flughäfen und instabile Autobahnbeläge - dabei ist das erst der Anfang, bis 2050 dürften diese klimatischen Verhältnisse der Normalfall sein. Die dann weiter auftretenden Extremwetterlagen "übersteigen unsere Vorstellungsmöglichkeiten", so die Autoren einer aktuellen Studie zum Klimawandel in Deutschland (ReKliEs-De-Ergebnisbericht 12/2017).

Schuld daran sind die von der Menschheit weiter produzierten Treibhausgase, insbesondere CO2. In Deutschland werden wir unsere dringend notwendigen Klimaziele für 2020 deutlich verfehlen, so die Bundesregierung; seit etwa 2009 sind die CO2-Emissionen nicht weiter gesunken (s. Anlage). Grund dafür ist neben den seit 1990 nicht abgesunkenen Emissionen im Straßenverkehr v.a. die Kohleverstromung: Kohle liefert etwa 40% unseres Stroms, aber etwa 80% der CO2-Emissionen im Bereich Strom (s. Anlage nabu). Neben der heute fast ausschließlich importierten Steinkohle ist die besonders schmutzige Braunkohle dafür verantwortlich. Deutschland ist Weltmeister im Verbrennen von Braunkohle! Die Industrie, die gute Geschäfte auf Kosten der Zukunft und unserer Kinder und Enkel macht, sowie leider auch die auf eine Legislaturperiode ausgelegte Politik halten immer noch an der Kohleförderung fest. Dabei sind hier -in den Abbaugebieten Nordrhein-Westfalens und der Lausitz -  nur noch knapp 19 000 Menschen beschäftigt (im Sektor Erneuerbare Energien ca. 380 000 !), von denen 60% bis 2030 in den Ruhestand gehen. Ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Gutachten des Fraunhofer-Instituts IEE (s. Anlage) zeigt Chancen auf durch Drosselung der Braunkohleverbrennung die Klimaziele doch noch zu erreichen - überdies sind wir ja Europameister im Export von Strom! Auch die wissenschaftlichen Institutionen der Bundesrepublik (WBGU Wissenschaftler Beirat für Globale Umweltfragen, SRU Sachverständigenrat für Umweltfragen, Umweltbundesamt) halten einen Kohleausstieg für dringend geboten. Unter dem Druck hat die Bundesregierung immerhin eine Kohlekommission eingesetzt (auch Greenpeace ist dabei) um den Pfad für einen sozialverträglichen Kohleausstieg bis Ende des Jahres festzulegen. Die Industrie versucht mittlerweile dies zu torpedieren und vollendete Tatsachen zu schaffen durch eine Vernichtung des größten Teils des verbliebenen Hambacher Forstes, eines ursprünglich großen und ökologisch sehr bedeutsamen Altwaldes - dies, während über den Kohleausstieg verhandelt wird! Ein weiteres Beispiel einer völlig egozentrischen Industriepolitik, für die Vernuft und Zukunft irrelevant ist, es zählt nur der kurzfristige monetäre Gewinn, "koste es, was es wolle".

Auch für uns ist der Kohleausstieg eines der wichtigsten Themen - nach einer Mahnwache im Juni waren wir am 15. September in Herrenberg auf dem Wochenmarkt vertreten mit Infos zu Kohle und Stromanbieterwechsel (diesen "privaten Kohleausstieg" kann jede/r selbst machen!). 

FILM und INFORMATION im Umweltzentrum am Samstag, 29. September, 18 Uhr:

Nachdem sich die Ereignisse im Hambacher Forst zuspitzen, hat GREENPEACE in vielen deutschen Städten am Samstag, dem 29. September Aktionen zum Thema Braunkohle und Hambacher Forst organisiert. Wir zeigten aus diesem Anlass den ausgesprochen interessanten Film "Eine Reise in die UnteRWElt" von Todde Kemmerich, der in der Region lebt und den Braunkohleabbau, die Zerstörung von Dörfern und des Hambacher Forsts dokumentiert. Interviews mit den in Baumhäusern lebenden Umweltaktivisten, mit Anwohnern und anderen Beteiligten zeigen die rücksichtslose Zerstörung durch eine Industrie, deren Zeit abgelaufen ist. Ein Film, der Partei ergreift und in wirklich beklemmenden Aufnahmen die Situation darstellt. Daneben haben wir mit Fotos, Infos und Postern die Problematik der Kohleverstromung in einer kleinen Ausstellung dargestellt. Zusätzlich konnte man seinen Namen auf ein großes Banner schreiben, das zur großen Demostration im Hambacher Wald (s.u.) mitgenommen werden wird. Angebote zum Wechsel des Stromanbieters vervollständigten das Ganze.

KUNDGEBUNG "Schönbuch grüßt Hambacher Wald" am 3. Oktober, 15 Uhr am Schönbuchturm

Um das Thema regional weiter zu verbreiten, nahmen wir teil an einer Veranstaltung am 3. Oktober, die der AK Grüne Politik Weil im Schönbuch organisiert hatte. Wir trafen uns am Schönbuchturm zu einer Kundgebung, zu der erfreulicherweise ungefähr 130 interessierte Menschen kamen. Infos zum Hambacher Wald, zu Klimawandel und Braunkohle wurden dargeboten genauso wie zu zuStromanbieterwechsel (der private Kohleausstieg) und Fahrtmöglichkeiten zur Großdemo am 6. Oktober. Auf einem unserer Banner sammelten wir Unterschriften - das Banner selbst wird zur Demo in den Hambacher Wald mitgenommen! Ein schöner und erfolgreicher Tag.

Grossdemonstration im Hambacher Forst am 6. Oktober, 12 Uhr!

Aus aktuellem Anlass findet am 6. Oktober eine Großdemo gegen die Rodung des Hambacher Forstes statt - das Plakat findet ihr/Sie in der Anlage! Wer mitfahren will - bitte bei uns melden!

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