Proteste in Sindelfingen

Media

Leider sind die Grünen in Baden-Württemberg nicht immer ein zuverlässiger Partner in Umweltfragen. Ich hatte vor einigen Wochen auf die fragwürdige Haltung der Landes-Grünen zum Thema Freihandel hingewiesen ( https://www.boeblingen-sindelfingen.greenpeace.de/artikel/ceta-und-die-gruenen ). Seitdem haben die Waldbrände in Brasilien gezeigt, dass das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten von der brasilianischen Agrarindustrie als Aufforderung zu einer noch aggressiveren Rodung des Regenwaldes interpretiert wurde.

Gestern begann die Landesdelegierten-Konferenz der Grünen in Sindelfingen. Die Delegierten wurden von Protestgruppen zu den Themen CETA, Betrieb des AKW Neckarwestheim und Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes empfangen. Zum Thema CETA hatte sich ein breites Bündnis zusammengefunden, darunter das Netzwerk Gerechter Welthandel, attac, Greenpeace und das Greenteam Schwabenpower (eine Greenpeace nahestehende Gruppe junger Menschen).

Einige Delegierte diskutierten mit den Protestierern und bekundeten Sympathie mit deren Anliegen. Andere Delegierte waren sichtlich bemüht, sich möglichst schnell an den Bannern und den angebotenen Flugblättern vorbeizukämpfen, um sich in der Kongresshalle in Sicherheit zu bringen. Doch so sicher waren die Delegierten in der Halle nicht: Einer Gruppe von zehn Demonstranten gelang es, die Bühne zu entern. Ludwig Essig vom Greenteam konnte sich sogar ans Rednerpult vorarbeiten.

Wir wünschen den Grünen eine erfolgreiche und hoffentlich auch nachdenkliche Konferenz.