Reisen und Klimaschutz

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Wäre der Flugverkehr ein Land, so stünde er beim Ausstoß von Treibhausgasen auf Platz 6 in der Welt!

Der CO2-Ausstoß beim Fliegen ist gewaltig: auf 1000 km werden mit dem Flugzeug über 200kg CO2 emittiert, bei Benutzung der Bahn 36 kg. So "kostet" ein Rückflug nach New York etwa 4 Tonnen CO2, einer nach Australien sogar über 9 Tonnen! Um die Erderwärmung unter 2° zu halten, stehen rechnerisch jedem Erdenbürger noch etwa 2,5 Tonnen jährliche Emission zu - der aktuelle Bundesdurchschnitt beträgt etwa 11 Tonnen. Es lohnt sich also sehr hinsichtlich des Klimaschutzes auch Urlaubsreisen zu überdenken; muss es denn immer die Fernreise sein? Und auf politischer Ebene: warum eigentlich muss die schädlichste Fortbewegungsart überhaupt steuerlich subventioniert werden durch Wegfall der Umsatz-/Mehrwertsteuer auf Kerosin und auf internationale Tickets?

Und die Schiffskreuzfahrt?

Neben dem CO2-Ausstoß ist das Hauptproblem der Kreuzfahrtschiffe, dass sie mangels internationaler Regelungen fast ausnahmslos mit Schweröl fahren, dem schmutzigsten (und billigsten) Treibstoff. Schweröl enthält bis zu 3,5% Schwefel, was an Land völlig undenkbar und verboten wäre; das freigesetzte Schwefeldioxid ist extrem ungesund und umweltbelastend - man denke an den "sauren Regen" der 1980er Jahre. Ein aktuelles Kreuzfahrtschiff setzt soviel Schwefeldioxid frei wie 376 Millionen Autos und soviel Feinstaub wie 1 Million Autos! Kein Wunder, denn die allermeisten Schiffe verfügen nicht einmal über eine Abgasfilterung. Erst 2018 ist das erste mit Gas betriebene Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt worden, ein großer Fortschritt zu anderen Schiffen. Achten Sie bei Schiffsreisen auch auf diese Aspekte - oder vermeiden sie Kreuzfahrten, es gibt wirklich Alternativen!

Zu diesem Thema fand am 14. März eine Veranstaltung auf Initiative von Bündnis 90/ Die GRÜNEN statt: Vorträge von Atmosfair zur Klimabilanz von Reisen und deren möglicher Kompensation und von TourCert bezüglich "nachhaltigen" Möglichkeiten des Reisens standen im Vordergrund (Infoplakat im Anhang) - wir waren mit einem Infostand zum Thema vertreten.

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