Rundbrief 2. Quartal 2015

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Liebe Freunde und Interessierte, wieder einmal möchten wir Ihnen/Euch von unseren Aktivitäten der letzten drei Monate berichten und über geplante Aktionen informieren.

Der Rundbrief als PDF

Rückblick:


1) Protestaktion gegen Billigfleisch bei McDonalds:


Am 28. März protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen billig erzeugtes Fleisch, das McDonalds für seine Fast Food-Produkte verwendet. Auch unsere Gruppe nahm an der Aktion teil. Wir brachten Plakate an den Fenstern der McDonalds Filiale im Mercaden an, auf denen zu einem Stopp von Massentierhaltung und genmanipuliertem Futter aufgerufen wurde. Die meisten Menschen in Deutschland lehnen Fleisch ab, das von Tieren stammt, die mit Antibiotika vollgepumpt, mit genmanipuliertem Futter gemästet und unter katastrophalen, tierquälerischen Bedingungen aufgezogen werden. Das zeigte eine Forsa-Umfrage, die im Auftrag von Greenpeace durchgeführt worden war. Durch den immensen Antibiotikaeinsatz, ohne den die Tiere die Massentierhaltung gar nicht bis zur Schlachtreife überstehen könnten, treten immer häufiger multiresistente Keime auf. Diese werden auch in Fleisch, das für den Verzehr bestimmt ist, nachgewiesen. Die Massentierhaltung erzeugt zudem extreme Mengen an Gülle, die zu einer Belastung von Böden und Gewässern führt. Die daraus resultierende Überdüngung der Meere führt zu regelrechten Todeszonen, wie z.B. in der Ostsee. Durch den Anbau gentechnisch veränderter Futterpflanzen kommt es zu einem hohen Einsatz von Agrarchemikalien wie z.B. Glyphosat, das jetzt im dringenden Verdacht steht, krebserregend zu sein und Missbildungen hervorzurufen. 
Wir verteilten Flyer an interessierte Menschen und übergaben unsere Forderungen an den Filialleiter:

Der Konzern soll darauf verzichten, Produkte zu verwenden, die unter Einsatz von Gentechnik hergestellt werden und artgerechte Tierhaltung und sinkenden Einsatz von Antibiotika in die Unternehmensleitlinie aufnehmen.


2) Globaler Aktionstag gegen TTIP:


Am 18. April beteiligten wir uns erneut an einem globalen Aktionstag gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) wir berichteten dazu ausführlich im letzten Rundbrief). Wir hatten einen Informationsstand und Schautafeln am unteren See in Böblingen. Die Verhandlungen zu TTIP gehen im Herbst 2015 in die heiße Phase, am 10. Oktober wird eine Großdemonstration in Berlin stattfinden, wo deutlich gemacht werden soll, dass Errungenschaften wie Umweltstandards, Arbeitnehmerrechte, Verbraucherschutz unverhandelbar sind.


3) Antikohlekette Garzweiler am 25.4.2015 und Gruppenaktionstag „Kohlebergbau und das Gift“ am 30.5.2015


Angesichts der Pläne für eine Sonderabgabe für den Braunkohleabbau durch Wirtschaftsminister Gabriel und vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels umringten einige von uns zusammen mit 6000 anderen Menschen in Form einer Menschenkette den Braunkohletagebau Garzweiler und protestierten gegen einen weiteren Abbau von Braunkohle im Tagebau Garzweiler II.


Anlass für den Protest gibt es reichlich:

Wird der Abbau der Braunkohle weiter vorangetrieben, wird nicht nur die Heimat Tausender Menschen vernichtet, auch der CO2-Ausstoß wird massiv erhöht und der Klimawandel droht außer Kontrolle zu geraten. Das rheinische Revier ist mit seinen vier Kohlekraftwerken die größte Kohlendioxidquelle Europas. Mit rund 85 Mio. Tonnen CO 2 wird in dieser Region mehr als zwei Prozent der jährlichen Emissionen Europas ausgestoßen. Der ausufernde Kohleabbau beschleunigt den Klimawandel zusätzlich.

Schon heute sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Fossile Energieträger wie Braunkohle tragen mit ihrem hohen CO2 -Ausstoß dazu bei, dass sich die Folgen in Zukunft verstärken werden. Schlimmer noch: Sollten die weltweiten Temperaturen die Zweigradmarke (bezogen auf das Jahr 1990) übersteigen, wird der Klimawandel wohl unumkehrbar mit unvorstellbaren Konsequenzen. Um dies zu verhindern, müssen drei Viertel der fossilen Energiequellen im Boden bleiben - und damit ein Großteil der zum Abbau genehmigten deutschen Braunkohle. Unterstützt durch die Bevölkerung forderten die Organisatoren der Protestaktion die Bundesregierung deshalb auf, die schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort abzuschalten und einen sozialverträglichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030 vorzulegen.
Aber Abbau und Verbrennung der Kohle führen nicht nur dazu, dass Menschen ihre Heimat verlieren und dass der Klimawandel beschleunigt wird: Die Verbrennung der Kohle ist auch verantwortlich für 70% der Quecksilberemissionen in Deutschland. Quecksilber ist eine der giftigsten Substanzen überhaupt, sie kann vor allem zu Nervenschädigungen führen. Besonders gefährdet sind Menschen, die gerne Fisch essen. Fische sind hoch belastet und so reichert sich Quecksilber über die Nahrungskette im Menschen an.
Hierüber informierten wir mit unserem Stand am 30.5.2015 auf dem Sindelfinger Marktplatz.


5) Aktion Plastiktüten:


Passend zum Weltumwelttag informierten wir über das Umweltproblem Plastiktüten in der Böblinger Bahnhofstraße und im Mercaden. Vor allem Menschen mit Plastiktüten wurden angesprochen und darüber informiert, dass:

  • allein in Deutschland jeden Tag 17 Millionen Plastiktüten verbraucht werden.
  • mit den jährlich in Deutschland anfallenden Tüten aneinandergelegt 46mal der Erdball umrundet werden könnte
  • jede im Schnitt nur 25 Minuten genutzt wird
  • bis zu 500 Jahre vergehen bis sie zersetzt ist und sie auch dann nur in Mikroplastik zerfallen ist, welches wiederum Umwelt, Tiere und Menschen gefährdet
  • in fast jedem von uns schon Mikroplastik nachgewiesen werden kann
  • in Europa nicht einmal jede 10. Tüte recycelt wird und viele in der Umwelt landen. 
  • die meisten Tüten in Deutschland verbrannt werden und damit Giftstoffe und CO2 freigesetzt werden
  • für Herstellung und Transport der in der EU pro Jahr verbrauchten Tüten nach Schätzungen Strom von 1,5 Atomkraftwerken benötigt wird und für die weltweit verbrauchten Plastiktüten pro Jahr über 60 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt werden
  • Plastiktüten weltweit ein riesiges Müllproblem sind und für Millionen von Tieren jährlich einen qualvollen Tod bedeuten.


Wir teilten unsere Infoflyer aus und verschenkten Stofftaschen, damit alle weiteren Einkäufe plastikfrei erledigt werden können. Solche gezielten und unkomplizierten Aktionen, die dennoch viele Menschen erreichen, wollen wir in Zukunft öfter durchführen.


6) Klimafest in Esslingen am 14.6.2015

Wie auch schon in den letzten Jahren nahmen wir wieder am Klimafest in Esslingen teil, dieses Mal mit einem Infostand zum Thema Fleischkonsum. Der ungebremste Fleischhunger hat einen enormen Einfluss auf unser Klima: Jeden Tag werden große Flächen Regenwald gerodet, um Weideflächen zu schaffen und Monokulturen von Futterpflanzen für die Tiermast anzulegen. Insgesamt werden 90 % der Zerstörung des tropischen Regenwaldes in Südamerika durch die Massentierhaltung verursacht. Die Zerstörung der Regenwälder bedeutet nicht nur Verlust der Heimat für indigene Völker und die Ausrottung einer einmaligen Tier-und Pflanzenwelt, sondern es bedeutet auch einen Anstieg an CO2 , das nicht mehr gebunden werden kann und somit den Klimawandel zusätzlich beschleunigt. GEO 7/2015
Die Massentierhaltung führt zu einem Ausstoß großer Mengen von Treibhausgasen wie Methan, Lachgas und CO2 . Die Nutztierhaltung ist zu rund einem Fünftel für den Treibhauseffekt verantwortlich und schädigt das Klima damit stärker als der gesamte Verkehrssektor.
Eine vegane Ernährung z.B. setzt pro Kopf und Jahr 75 kg CO2 frei, eine Ernährung mit Fleisch dagegen 566 kg CO2.
Auch der Bedarf an Ackerfläche ist bei einer veganen oder auch vegetarischen Ernährung um ein Vielfaches geringer.
GEO 7/2015
Es kamen viele interessierte und oft schon vegan oder vegetarisch essende Menschen an unseren Stand und wir konnten interessante Gespräche führen und weitere Denkanstöße geben.


7) Teilnahme an „Mobil ohne Auto“ (MoA) in Nagold am 21.6.2015


Wieder einmal nahmen wir am MoA in Nagold teil und informierten zum Thema Klimawandel. Um die Folgen des fortschreitenden Klimawandels zu begrenzen sind energische und rasche Maßnahmen gefragt. Die Stadt Nagold hat hier noch Nachholbedarf und so sammelten wir Unterschriften für ein Klimaschutzkonzept für die Stadt Nagold. Zusammen mit Forderungen wie Wärmedämmmaßnahmen an allen städtischen Gebäuden, aktive Förderung der regenerativen Energieträger, Verbesserung des Verkehrskonzeptes und bessere Aufklärung der Bürger werden wir diese an Oberbürgermeister Großmann übergeben.


Ausblick:

1)Aktionen zu geplanten Bohrungen von Shell in der Arktis:


Am 4. Juli und auch noch weiteren Terminen im Sommer wollen wir dagegen protestieren, dass Shell in einer der letzten unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren möchte. Die Arktis ist eine hochsensible Region, in der Ölunfälle allein schon
aufgrund der Wetterbedingungen sehr wahrscheinlich sind und unvorstellbare Folgen haben. Wenn Öl austritt, gibt es keine Methode, um es aus eisbedeckten Gewässern zu entfernen. Mit einem havarierten Bohrschiff und einer auf Grund gelaufenen Ölplattform hat Shell bereits im Jahr 2012 eindrucksvoll bewiesen, dass sie den Bedingungen in der Arktis nicht gewachsen sind. Trotz massiver Proteste will Shell im Sommer 2015 die Ölsuche vor der Küste Alaskas fortführen.
Sie können sich beteiligen unter: SaveTheArtic.org


2) Offener Gruppenabend

Am 31.7.2015 möchten wir wieder zu einem offenen Gruppenabend im Café Wies ́n im Sommerhofenpark in Sindelfingen einladen. Wir freuen uns über jeden, der dazu kommt.


3) TTIP

Im August ist ein weiterer und wohl auch letzter Aktionstag zum Thema TTIP in Weil der Stadt geplant


4) Filmeabende

Wir wollen den Film „La Buena Vida“ zeigen, in dem der Dokumentarfilmer Jens Schanze die Geschichte eines kolumbianischen Dorfes erzählt, das vom Kohleabbau bedroht wird. Ein beeindruckender Film mit wunderbaren Aufnahmen. Wir werden den Film im Umweltzentrum in Sindelfingen zeigen, der Termin wird noch bekannt gegeben.
Im Herbst wollen wir den Film „Plastic Planet“ von Werner Boote zeigen. Vorgesehen ist ein Abend mit Film und Infostand in der Waldorfschule in Böblingen.


5) Tierheimfest in Böblingen

Wir haben vor, am 13.9.2015 wieder mit einem Infostand beim Böblinger Tierheimfest dabei zu sein. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir die/den eine/n oder andere/n bei den jeweiligen Aktionen antreffen würden oder wenn jemand Lust hätte, bei uns mitzumachen.

6) Gruppentreffen

Wir treffen uns in den ungeraden Kalenderwochen, abwechselnd am Donnerstag und am Freitag um 19 Uhr im Umweltzentrum Sindelfingen.
Unsere nächsten Treffen finden statt am:
Donnerstag, den 2.7.2015 und Freitag, den 17.7.2015


7) Neue Homepage

Seit Anfang des Jahres haben wir eine neue Homepage, die weit mehr Möglichkeiten bietet und viele Informationen über
uns, unsere Themen und Greenpeace bietet: Es lohnt sich,diese zu besuchen unter:
http://www.boeblingen-sindelfingen.greenpeace.de
Weitere Informationen findet man auch auf unserer Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/gp.bb.sifi


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© Ute Teufel und C.Weber für GREENPEACE Böblingen-Sindelfingen

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