Rundbrief 3Q 2015, Filmabend

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 RUNDBRIEF SEPTEMBER 2015

Liebe Freunde und Interessierte,


im heutigen Rundbrief wollen wir wieder über unsere Themen und Aktionen der letzten drei Monate berichten und über Geplantes informieren.

So gibt es gleich zu Anfang etwas besonders Erfreuliches, das uns zeigt, dass unser Engagement doch immer wieder auch erfolgreich ist, zumindest dazu beiträgt, dass sich manche Dinge zum Guten wenden:

Shell beendet Ölbohrungen in Alaska

Rückblick:

Proteste gegen Shell in der Arktis:

Die Erderwärmung lässt das ewige Eis im Rekordtempo schmelzen. Das macht es leichter, die Arktis auszubeuten. So wollte Shell in einer der letzten unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren.
Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass Ölunfälle in dieser hochsensiblen Region katastrophale Folgen haben.
Ölunfälle sind schon allein durch die klimatischen Bedingungen in der Arktis vorprogrammiert, die Möglichkeiten der Beseitigung des austretenden Öls sehr gering, zwischen den Eisschollen unmöglich. Die nächste Küstenwache über 1000 Meilen entfernt, würde es viel zu lange dauern, bis die entsprechenden Hilfsmittel die Unfallstelle erreichen könnten.
Hätte Shell in der Tschuktschensee Öl gefördert, wäre die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Ölunfalle nach Schätzungen der US-Regierung 75% gewesen.

Wie das traurige Beispiel des Tanker-Unglücks Exxon Valdez in Alaska zeigt, kann ein Ölunfall das arktische Ökosystem für lange Zeit schwer schädigen. So starben damals durch das auslaufende Öl schätzungsweise 250 000 Vögel, 3500 Seeotter, tausende Kilometer Küste wurden verseucht. Die Folgen sind noch heute, 20 Jahre nach der Katastrophe, sichtbar.
Zudem ist eine weitere Förderung von fossilen Brennstoffen aus noch nicht erschlossenen Vorkommen auch wegen des Klimawandels nicht akzeptabel.
Selbst die schon erschlossenen Ölvorräte müssten zum großen Teil im Boden bleiben, wenn wir den globalen Anstieg der Temperaturen auf unter 2°C begrenzen und damit die gefährlichsten Auswirkungen des Klimawandels eindämmen wollen. Dies bestätigt eine neue hochrangige Publikation von Nature, die explizit vor Ölförderung in der Arktis warnt.


Aus diesen Gründen informierten wir die Bürger am 4. und 11. Juli in Böblingen und Sindelfingen durch Flyer über die Pläne zu den Ölbohrungen und das aktuelle Geschehen. Am 18. August und am 20. August protestierten wir vor Shell-Tankstellen in Böblingen und Sindelfingen mit Plakaten und Flyern. 
Nun hat Shell vor wenigen Tagen bekannt gegeben, die Ölbohrungen in der Arktis einzustellen. Gründe sind die hohen Kosten, enttäuschende Ergebnisse bei den Probebohrungen und die unkalkulierbaren politischen Entwicklungen bezüglich der 
Umweltgesetzgebung. Freuen wir uns über diesen Erfolg!

 

Übergabe eines Unterschriftenbanners zum Klimakonzept der Stadt Nagold

Am 13.7.2015, wenige Wochen vor dem Klimagipfel in Paris, fand im Kubus in Nagold die Auftakt-Veranstaltung zum Klimakonzept der Stadt statt. Kaum hatte der Bürgermeisterseine Ansprache beendet, entrollten wir ein Banner mit etwa 150 Unterschriften von Nagolder Bürgern mit der Aufforderung an die Stadt, mehr für den Klimaschutz zu tun. Diese Unterschriften hatten wir zuvor bei der Veranstaltung „Mobil ohne Auto“ in Nagold und einer weiteren, weltweiten Klima- Aktion am 21.9.15 gesammelt.

Wir hoffen, dass Forderungen wie

  • Ausbau einer kostenfreien Beratung bezüglich baubiologischer Sanierung
  • Ausbau der Windkraft Ausbau der Photovoltaik, auch hier durch Beratung von Hausbesitzern und vor allem auch für Gewerbegebiete
  • Förderung der Speicher: Elektromobilität aus Wind- und Solarstrom Speicherung in Form von Windgas (Wasserstoff, Methan aus Wind- und Solarstrom)
  • integrales Verkehrskonzept mit einer Elektrifizierung der Bahnen
  • Nagold als Stromlieferant: Gerne! aber bitte zu 100% aus erneuerbaren Energien

gehört und umgesetzt werden.

Offener Gruppenabend am 31.7.2015

Wie in den letzten Jahren luden wir Interessierte zu einem offenen Gruppenabend ins Café Wies ́n im Sommerhofenpark in Sindelfingen ein und boten ihnen die Gelegenheit, sich über Greenpeace, unsere Themen und Aktionen und über unsere
Gruppe zu informieren.
Bei angenehmen Temperaturen und kühlen Getränken sprachen wir über Privates, aber auch über verschiedene interessante Umwelt-Themen wie Plastik, Klima, Aktionen, essbare Stadt...

Es war ein sehr netter Abend, wir hätten uns lediglich mehr Gäste gewünscht.

Umweltproblem Plastik

Mit einer mehrere Meter langen Kette aus 200 Plastiktüten (so vielen wie allein in Deutschland in jeder Sekunde verbraucht werden), Informationsplakaten und Flyern zum Thema Plastik und den Gefahren der Plastikvermüllung für Umwelt und Gesundheit informierten wir am 15.8.2015 auf dem Marktplatz in Sindelfingen über dieses große Umweltproblem.

Zunehmend vermüllen wir unsere Umwelt, unsere Flüsse und Meere mit riesigen Mengen Plastik. Millionen von Tieren sterben deshalb jährlich einen grausamen Tod durch Verhungern, Strangulieren, Ersticken. Doch auch wir Menschen bleiben von den Auswirkungen nicht verschont. Abgesehen von der Verschandelung der Umwelt zersetzt sich Plastik sehr langsam. Eine Plastikflasche z.B. im Durchschnitt erst nach 450 Jahren. Und ganz verschwindet das Plastik nie mehr, es wird lediglich in immer kleinere Partikel zersetzt. Diese gelangen als Mikroplastik über die Nahrungskette auch in uns Menschen (z.B. Blut). Bereits in vielen Getränken und Lebensmitteln und auch schon im Menschen kann Mikroplastik bereits nachgewiesen werden. Mikroplastik wird auch zahlreichen Kosmetika und Pflegeprodukten zugesetzt, z.B. Körperpeelings und Duschgelen. (Eine BUND-Einkaufsratgeberliste der Produkte, die Mikroplastik enthalten findet man auf unserer Homepage oder auf der des BUND).
Beim Zersetzungsprozess werden Giftstoffe frei, die sich wiederum in Böden und Gewässern anreichern. Viele Plastikprodukte enthalten Stoffe, die für den Menschen gefährlich sein können, durch hormonähnliche Wirkungen die Fertilität einschränken oder als krebserregend gelten.
Jeder Einzelne von uns kann viel dazu beitragen, Plastik einzusparen, indem er beim Einkauf Naturmaterialien bevorzugt, Plastik-und Einwegverpackungen sowie Plastiktüten meidet und sie durch Mehrwegbehältnisse/Körbe ersetzt.

Jede Plastiktüte wird im Durchschnitt nur 25 Minuten genutzt, allein in Deutschland 17 Millionen jeden Tag.
Wir konnten beobachten, dass schon viele Menschen mit Mehrwegtaschen und Körben zum Sindelfinger Markt kamen und sich des Problems durchaus bewusst sind. Andere wiederum brauchen offensichtlich noch Denkanstöße. Wir hoffen, dass wir mit unserem eindrucksvollen Stand dazu beigetragen haben.


TTIP-Infostand in Weil der Stadt am 15.8.2015

Am Samstag, dem 15. August, beendeten wir vorläufig unsere „TTIP-Landkreistour“ mit einem Infostand in Weil der Stadt. Zwischen Käse- Wurst- und Blumenständen konnten wir unsere Plakatwand vor dem Brunnen am Rathaus platzieren. Wie immer hatten wir etwas Sorge, dieses sperrige und kaum in wenigen Worten zu erklärende Thema ausreichend gut vermitteln zu können; die Sorge war aber unbegründet, denn die Besucher des Marktes der Kleinstadt waren ausgesprochen offen, viele waren recht gut informiert und die, die noch nichts von den Problemen des Freihandelsabkommens zwischen der USA und der EU gehört hatten, nahmen sich Zeit uns anzuhören und Informationsmaterial mitzunehmen.

Erfreulich war auch die Bereitschaft, die Petition der Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP zu unterschreiben.
Wie auch bei unseren bisherigen Veranstaltungen stieß vor allem die Möglichkeit, dass Konzerne vor privaten Schiedsgerichten gegen Staaten klagen können, falls Gewinnerwartungen z.B. wegen Umweltschutzgesetzen nicht erfüllt werden, auf Unglauben und Empörung. Mögliche Auswirkungen von TTIP auf Landwirtschaft, kommunale Daseinsfürsorge, Kulturbetrieb oder Zulassung chemischer Substanzen bildeten weitere Gesprächsthemen.
Erfreulicherweise gab es nur eine einzige negative Reaktion eines Passanten, der bemängelte, dass unsere Infos viel zu harmlos formuliert seien, TTIP sei „kriminell“ und „ein Verbrechen“ und das müsse viel deutlicher gesagt werden!
Gegen Mittag bauten wir recht zufrieden unseren Stand ab;

die Unterschriftensammlung gegen TTIP läuft noch bis Anfang Oktober, am 10.10. ist eine Großdemonstration in Berlin geplant, über die wir ja schon informiert haben.


Tag der offenen Tür im Umweltzentrum am 30. August 2015


Bei heißem Sommerwetter sorgte der BUND als Mieter des UWZ zum Tag der offenen Tür für Informationen zu aktuellen Themen und auch für kulinarische Schwerpunkte. Wir als „Untermieter“ waren im Obergeschoss mit Infos zu TTIP und mit einem Stand zum Thema Plastik im Außenbereich präsent.
Wir hatten einige sehr interessierte Gäste, die auch länger mit uns diskutierten und dabei den leckeren Kuchen und Tee und Kaffee genossen. Es war ein schöner und gemütlicher Tag, über etwas mehr Publikum hätten wir uns aber gefreut.

Ausblick:

Filmeabende:
Am Freitag, den 9. Oktober um 19 Uhr zeigen wir im Umweltzentrum in Sindelfingen den Film „La Buena Vida“, in dem der renommierte Dokumentarfilmer Jens Schanze die bewegende Geschichte eines kolumbianischen Dorfes erzählt, dessen Existenz vom Kohleabbau bedroht wird. Der Film wurde mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet.

Am Montagabend, den 23. November wollen wir den Film „Plastic Planet“ von Werner Boote in der Waldorfschule Böblingen zeigen. Die genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.

Ganz wichtig: 10. Oktober: Großdemonstration gegen TTIP in Berlin. Bustransfer ist großflächig organisiert. Wer mit möchte, kann sich für weitere Informationen gerne an uns wenden oder folgenden Link nutzen.
http://nordwuerttemberg.dgb.de/
https://ttip-sonderzug.de/anreise/zugfahrkarten/


Am 17.10.2015 wollen wir an der Warentauschbörse in Sindelfingen teilnehmen

Am 7.1.2016 kommt Markus Mauthe wieder mit seiner unglaublich beeindruckenden Multivisionsshow in unseren Raum, dieses Mal ins Kongresszentrum Böblingen
http://www.markus-mauthe.de/de/mm-live/

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir die/den eine/n oder andere/n bei den jeweiligen Aktionen antreffen würden oder
wenn jemand Lust hätte, bei uns mitzumachen.


Wir treffen uns in den ungeraden Kalenderwochen, abwechselnd am Donnerstag und am Freitag um 19 Uhr im
Umweltzentrum Sindelfingen.

Unsere nächsten Treffen finden statt am:

  • Freitag, den 9.10.2015 zum Film und am
  • Donnerstag, den 22.10.2015

Neue Homepage
Seit Anfang des Jahres haben wir eine neue Homepage, die weit mehr Möglichkeiten bietet und viele Informationen über
uns, unsere Themen und Greenpeace bietet: Es lohnt sich, diese zu besuchen unter:
www.boeblingen-sindelfingen.greenpeace.de


Weitere Informationen findet man auch auf unserer Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/gp.bb.sifi

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Eine formlose E-Mail an uns genügt: info@bb-sifi.greenpeace.de

Ute Teufel und C. Weber für GREENPEACE Böblingen-Sindelfingen

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