Weltklimagipfel in Kattowitz

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Wir erinnern uns: im November 2015, vor über 3 Jahren, haben fast 200 Länder beim Klimagipfel in Paris den Ausstieg aus der fossilen Energie in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts beschlossen und endlich begonnen etwas gegen die drohende Klimakrise zu tun. Im Dezember fand eine weitere Klimakonferenz in Kattowitz statt, wo genaue Ausführungsbedingungen und Kontrollmöglichkeiten beschlossen werden sollten; außerdem stand wieder die Planung der einzelnen Länder im Vordergrund, wer wieviel CO2 auf welche Weise reduzieren oder einsparen kann. Kurz vor der Konferenz meldete sich nochmals der Weltklimarat IPCC mit einer Publikation zu Wort, die in sehr deutlichen Worten zu notwendigen Maßnahmen aufrief: "Limiting global warming to 1.5 °C above pre-industrial levels would be a Herculean task, involving rapid, dramatic changes in how governments, industries and societies function".

Wo stehen wir heute?

Die USA sind aus dem Weltklimavertrag ausgeschieden, wobei dies noch nicht wirksam wird; viele Bundesstaaten der USA versuchen dennoch energisch fossile Energien zurückzudrängen, weil sie, anders als der "großartige" Präsident Trump, die Gefahren klar erkennen. Brasilien wird vermutlich unter dem neuen Präsidenten Bolsonaro ebenfalls den Vertrag aufkündigen - für die weiten Amazonasregenwälder und damit für einen Hotspot der Biodiversität dieser Welt ist Schlimmstes zu befürchten! Die Anstrengungen der Länder, wie sie jetzt wieder in Katowitz vorgelegt wurden, reichen bei Weitem nicht aus die Erderwärmung auf 1,5° oder 2° zu begrenzen, derzeit steuern wir trotz aller Bemühungen auf 3 bis 3,5°C zu. Die Folgen werden verheerend sein.

Die CO2-Emissionen haben 2017 weiter zugenommen und für 2018 wird eine nochmalige Steigerung prognostiziert. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre liegt mit über 400ppm auf einem Rekordhoch, das seit Hunderttausenden von Jahren auch nicht annähernd erreicht wurde; die globale Durchschnittstemperatur steigt weiter - in diesem Jahr haben wir mit Hitze und Dürre einen Hauch dessen erfahren können, was in Zukunft in viel ausgeprägterem Maße "normal" sein wird. Extremwetterereignisse häufen sich in den letzten 30 Jahren in dramatischem Ausmaß (siehe auch Fotos mit Diagrammen). Und was macht unsere Politik? Sie ist gelähmt durch Flüchtlingsdiskussion und Bayernwahl, wobei auch noch ignoriert wird, dass in den kommenden Jahrzehnten die Zahl der Flüchtlinge durch den Klimawandel laut UN-Berechnungen die derzeitigen Zahlen um ein Vielfaches übertreffen wird. Dennoch spielte das Thema Klimakrise, die nach allem, was wir wissen größte Gefährdung unserer Welt in diesem Jahrhundert, weder in der Bundestagswahl noch im Zukunftsprogramm der Bewerber um den CDU-Vorsitz auch nur die geringste Rolle. Das Festhalten an den Technologien, die uns in die Krise geführt haben, ist aberwitzig, der Blick nach rückwärts in "die gute alte Zeit" mit Wachstum, Wohlstand, Nationalstaat usw. blendet die neuen zukünftigen Probleme komplett aus und wiegt das Land in trügerischer Sicherheit.

Und da steht in Kattowitz ein 15jähriges Mädchen am Rednerpult und beschuldigt die anwesenden Politiker und ja, eigentlich uns alle, in ruhigen Worten der völligen Untätigkeit und der Zerstörung der Zukunft der jetzigen jungen Generation. Greta Thunberg steht seit Monaten freitags mit einem Banner vor dem schwedischen Parlament um die Politik anzuklagen - weltweit haben ihrem Beispiel folgend Zehntausende Schüler die Schule bestreikt um sich diesem Protest anzuschließen - ein Lichtblick und eine Hoffnung! Vielleicht beginnt die Welt sich doch zu ändern - ein großer Wunsch für das Neue Jahr!

Schaut euch oder schauen Sie sich die knapp 4 Minuten lange Rede von Greta an - einfach den Reiter "Video" anklicken, Untertitel können unter "Einstellungen" eingeblendet werden..

 

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