"The Whale and the Raven"

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In ihrem Film wirft Regisseurin Mirjam Leuze die Frage auf, ob wir Menschen das Recht haben, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu formen. Was wäre, wenn Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Denken nicht ausschließlich menschliche Fähigkeiten wären? Sind Wale Individuen mit diesen Fähigkeiten? Janie Wray und Hermann Meuter sind fest davon überzeugt. Seit 15 Jahren dokumentieren die beiden Wal-Forscher das Verhalten von Orcas, Buckel- und Finnwalen an der Westküste Kanadas.

70 Meilen von ihren Forschungsstationen entfernt liegt die kleine Küstenstadt Kitimat. Hier wird eine gigantische Exportanlage für Flüssiggas (LNG) geplant. Auf Supertankern soll das Gas nach Asien exportiert werden. Was die Tankerroute für die Wale bedeuten wird, ist nicht absehbar. Auch die Gitga’at First Nation, haben sich nach einem zehnjährigen Kampf dem Druck von Industrie und Regierung gebeugt und zugestimmt, dass zukünftig Hunderte von Supertankern durch die Fjorde ihres Territoriums fahren werden.

In dieser Geschichte geht es um verschiedene Konzepte unserer Welt: Die industrielle Nutzbarmachung des Meeres versus dem Meer als Nahrungsquelle, das es langfristig zu erhalten gilt. Der Film zeigt in eindrucksvollen Bildern die Schönheit dieser Welt, aber auch deren Bedrohung.

Das Kino Kulisse in Weil der Stadt zeigte den Film in Kooperation mit uns am 8. November.

Hintergrund sind die UN-Verhandlungen zu einem neuen juristischen Regelwerk, welches die Situation der "Hohen See", also der Meeresgebiete außerhalb der 200 Seemeilenzone (AWZ) der Staaten klären und festlegen soll. Einer der wesentlichen Punkte für uns ist die Ausweitung von Meeresschutzgebieten, die dringend nötig ist, da die Meere massiv überfischt sind und es kaum noch Rückzugsräume für Legewesen gibt. Nur 1% der Ozeane sind geschützt, Meeresbiologen fordern ein Vielfaches davon um Meereslebewesen die Chance zu geben sich zu erholen und ihren Bestand zu sichern. Wir sammelten und sammeln deshalb Unterschriften für eine Ausweitung der Schutzgebiete auf 30% bis 2030. Wer will, kann auch selbst unterschreiben bzw. sammeln gehen - die Unterschriftenlisten sind im Anhang zu finden!

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