Zeigt Mc Donalds die Kralle!

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Aus Protest gegen Billigfleisch bei McDonald‘s kennzeichneten Greenpeace-Aktivisten am 28.03.2015 in Böblingen die Fenster der Filiale in der Wolfgang-Brumme-Allee mit Plakaten. Auf diesen ist eine Hühnerkralle in Form eines Stinkefingers zu sehen sowie die Forderungen: „Stoppt genmanipuliertes Futter!“ und „Stoppt Massentierhaltung!“ Dabei hatte eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace in der Woche zuvor gezeigt, dass Verbraucher kein billiges, mit Gentechnik und Antibiotika produziertes Hähnchenfleisch wollen.

Nach Abschluss der Klebearbeiten wurden Flyer verteilt, welche unsere Position verdeutlichten. Eine Reihe informativer Gespräche mit Gästen der Merkaden wurden mit der Übergabe unserer Forderungen an den Schichtleiter gekrönt.

Bereits im November hatte die Gruppe auf die Misstände hingewiesen, lesen Sie hier.

Anlass war zudem eine neue Umfrage: Verbraucher sind gegen Gentechnik und Antibiotika

Forsa befragte vom 20. bis 24. März bundesweit 1002 Personen. Auf die Frage: „Wie wichtig ist es Ihnen, dass Fast-Food-Restaurants wie McDonald‘s auf der Verpackung kennzeichnen, wenn Gen-Futter und Antibiotika eingesetzt werden?“ antwortete eine Mehrheit von 88 Prozent „wichtig“ oder „sehr wichtig“. 86 Prozent ist es darüber hinaus sehr wichtig oder wichtig, dass gar keine Gentechnik in der Geflügelmast zum Einsatz kommt. Eine starke Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes fordern 90 Prozent der Befragten.

Die Billige Produktion von Geflügel für McDonald‘s führt zu Umweltschäden. In Deutschland beliefert der zweitgrößte Geflügelproduzent Rothkötter McDonald‘s mit Hähnchenfleisch.

Aktuelles Fotomaterial aus den Ställen belegt die miserable Haltung der Tiere. Greenpeace konnte außerdem in fünf Proben des Hähnchenfutters bis zu 100 Prozent Gentechnik nachweisen. McDonald‘s behauptet, Gentechnik in der Produktion sei „gängige Praxis am Markt“. Dabei haben Rewe, Edeka, Aldi und Lidl Gen-Soja in der Hähnchenmast aufgegeben. Der größte Geflügelproduzent Wiesenhof hat ebenfalls die Gentechnik aus dem Futtertrog verbannt.

Die Produktion von Billigfleisch wirft nicht nur ethische Fragen nach dem richtigen Umgang mit Tieren auf, sondern hat auch gefährliche Folgen für Mensch und Umwelt. Dazu gehört die Zunahme multiresistenter Keime auf Hähnchenfleisch durch den hohen Einsatz von Antibiotika in den Ställen. Böden und Wasser werden durch Nitrat aus Mist und Gülle belastet. Der Anbau gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen führt zudem zu einem hohen Einsatz von Agrarchemikalien. Häufig entwickeln die Schädlinge eine Resistenz gegen die Pestizide wodurch der EInsatz der Pestizide weiter erhöht wird.   „Die Folgeschäden der skrupellosen Billigfleischproduktion müssen wir alle tragen – auch Verbraucher, die McDonald’s meiden“, sagt Christian Weber.

Wem das nicht schmeckt, kann das McDonald’s Deutschland auf der Facebook-Seite des Unternehmens an der Pinnwannd mitteilen oder den Protest @McDonald’s Deutschland unter dem Hashtag #GenBurger #Ichwilldasnicht twittern.

Greenpeace fordert von McDonald‘s, den Einsatz von Gentechnik in der Produktion von Fleisch, Eiern und Milch aufzugeben. Das Unternehmen muss artgerechte Tierhaltung und sinkenden Einsatz von Antibiotika in die Unternehmensleitlinie aufnehmen.

© Christian Weber

Publikationen

Weiterführende Links

Forsa Umfrage vom 24.03.2015
Presseerklärung vom 28.03.2015
Protest gegen Mc Donalds am 16.11.2014
Sprayen gegen Gen Hendl & Eier am 12.04.2014
Hintergrundinformationen auf Greenpeace.de
Greenpeace.de: Verbrauchertäuschung bei McDonald’s?
Bundesweiter Aktionstag "Stinkekralle":
Aktion vor der Mc Donalds Zentrale
Interview mit Stephanie Töwe: Nur Lippenbekenntnisse

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